Immer wieder einmal stößt man im Internet auf interessante Postkarten aus Riedlingen. Auf der Rückseite dieser Karte befindet sich der Stempel „Xaver Arnold – Riedlingen n. Bussen“. Wer war das?
Xaver Arnold war fürstlich Hohenzollerischer Hoflieferant und hatte sein Anwesen in der Donaustr. 19 in Riedlingen. Die Postkarte war an die Salinenverwaltung in Dürrheim bei Donaueschingen gerichtet. Geschrieben hat er sie im Oktober 1886.
Riedlingen hat eine Partnerstadt in Niederösterreich: Pöchlarn. Sie liegt ebenfalls an der Donau. Auch dort gibt es interessante Postkarten aus vergangenen Tagen.
Eine Heimatsammlung lässt sich beispielsweise mit Ansichtskarten aufbauen. Als Briefmarkensammler legt man natürlich Wert darauf, dass die Karte echt gelaufen ist und die Briefmarke noch nicht von einem Sammlerkollegen abgelöst worden ist.
Meine neueste Errungenschaft ist eine Ansichtskarte vom Marktplatz, die am 30.61959 abgestempelt wurde. Riedlingen hatte damals die Postleitzahl 14b.
Da es zur Zeit kaum Möglichkeiten gibt Präsenzveranstaltungen zu machen, bietet der Bund Deutscher Philatelisten immer wieder Online-Veranstaltungen an die teilweise regen Zusprcuh haben.
Dem heutigen Seminar lauschten gebannt unser 1. Vorsitzender Christian Helfert und Webmaster Jürgen Berger.
Der Autor dieser Zeilen war selbst als Musiker der Stadtkapelle Riedlingen Nutzer des Konrad-Manopp-Hauses, wie das Gebäude zuletzt hieß. Die beiden Ansichtskarten die hier präsentiert werden stammen aus der “dunklen Zeit” des Gebäudes.
Beide Karten sind portogerecht frankiert mit der MiNr. 484 Paul von Hindenburg deren Entwurf von Karl Goetz stammt.
Die linke Karte stammt vom Photo-Atelier Zeller-Depaul aus Riedlingen. Gestempelt wurde die Briefmarke mit einem Datumbrückenstempel Riedlingen (Württ) am 17.11.1937. Zu dieser Zeit war im Gebäude die Reichsarbeitsdienstabteilung 3/263 “Winkelried” untergebracht.
Die rechte Karte stammt vom Franckh-Verlag aus Stuttgart. Gestempelt wurde die Briefmarke mit einem Schmuckstempel Riedlingen (Württ) “Mittelalterliche Bauten” am 21.4.1939. Am Gebäude ist die Beschriftung “Reichsarbeitsdienst Abtlg. Winkelried 2/266″ zu erkennnen.
Was liegt näher für einen Briefmarken- und Ansichskartensammler in seinem ersten Beitrag zu historischen Ansichtskarten von Riedlingen über das ehemalige Postamt in der Bahnhofstraße, wie sie damals noch hieß, zu schreiben. Ist dies doch ein Gebäude das Briefmarkensammler oft betreten (haben).
Auf der Ansichtskarte ist rechts das Postamt zu sehen. Links gegenüber steht die Villa von Dr. Missmahl. Das Gebäude wurde leider abgerissen und durch ein Hochhaus ersetzt.Das Postamt wurde am 29.09.1907 feierlich eingeweiht. Zur damaligen Zeit hatte das Gebäude noch ein Türmchen auf dem Dach. Dort gingen die Teöegraphenleitungen in die Nachborte wie z.B. Neufra ab. In den Jahren 1931/32 erfolgte eine Vergößerung des Gebäudes wie es heute noch auf einer Steintafel am Nebeneingang zu lesen ist. Am 18.10.2004 zog der Zustelldienst in die Opelstraße um, wo er sich noch heute befindet. Die letzte Verwaltungsdienststelle wurde am 26.10.2004 aufgelöst. Im Postamt war noch bis zum 25.09.2006 der Schalterdienst, ab dann existierte bei der Fa. Gönner eine Postagentur. Das Gebäude wurde genau 100 Jahr von der Post genutzt, denn am 29.09.2007 wurde als Letztes die Ablagestelle für die Fahrradzusteller geschlossen. Heute befindet sich das Gebäude in privater Hand.
Die Karte stammt im Original vom Postkartenverlag Gebrüder Metz aus Tübingen, der 1828 gegründet wurde.Verlegt wurde sie vom Buchbinder- und Schreibwarengeschäft Max Heim, das sich in der Donaustraße befand. Geschrieben wurde die Karte am 01. Juni 1916 und nach Stuttgart geschickt. Die Karte wurde portogerecht mit 5 Pfennig frankiert und mit dem 2A-Stempel abgestempelt.
Die folgende Karte die aus dem selben Jahrzehnt stammt zeigt das Postamt aus einer anderen Sicht.
Sie wurde von Reinicke & Rubin in Dresden gedruckt. Die mit 5 Pfennig frankierte Karte wurde mit dem 2A-Stempel entwertet. Das Türmchen wurde wähernd der Erweiterung in den Jahren 1931/32 abgerissen. Die Bahnhofsstraße wurde im Übrigen 1934 in Hindenburgstraße umbenannt.